Warum ein Entscheidungstagebuch?
Im Rückblick wirken Ergebnisse oft vorhersehbar. Dieser sogenannte Rückschaufehler verzerrt, wie wir unsere eigenen Entscheidungen bewerten. War eine Entscheidung schlecht, weil sie schlecht getroffen wurde, oder nur, weil Pech dazukam? Ein Tagebuch, in dem du Gründe und Erwartungen vorher notierst, macht das sichtbar.
Was du festhältst
| Feld | Beispiel |
|---|---|
| Datum | 3. März |
| Entscheidung | Ich nehme das Jobangebot bei Firma X an |
| Optionen | Annehmen, ablehnen, nachverhandeln |
| Hauptgründe | Bessere Entwicklung, nettes Team |
| Gefühl dabei | Aufgeregt, leicht ängstlich |
| Erwartung | In einem Jahr mehr Verantwortung |
| Rückblick nach 6 Monaten | Wird später ergänzt |
So führst du es
- Nur wichtige Entscheidungen notieren. Was essen wir, gehört nicht hinein.
- Vor der Entscheidung schreiben. Danach ist die Erinnerung schon gefärbt.
- Kurz halten. Fünf Minuten reichen.
- Rückblick einplanen. Nach einigen Monaten ergänzen: Was ist passiert? Was habe ich gelernt?
Was du daraus lernst
Nach einigen Einträgen erkennst du Muster: Entscheidest du müde schlechter? Unterschätzt du oft den Aufwand? Hat dein Bauchgefühl meist recht? Solche Einsichten machen künftige Entscheidungen leichter.
Kombinieren mit Werkzeugen
Die Pro-Contra-Liste oben lässt sich kopieren und direkt ins Tagebuch übernehmen. Für Kreativschreiber ist auch ein normales Tagebuch ein guter Anfang.
Häufige Fragen
Was ist der Rückschaufehler?
Die Tendenz, im Nachhinein zu glauben, man hätte das Ergebnis vorhersehen können. Er verzerrt die Bewertung früherer Entscheidungen.
Wie oft sollte ich ins Entscheidungstagebuch schreiben?
Nur bei wichtigen Entscheidungen. Für viele reicht ein Eintrag pro Woche oder Monat.
Digital oder auf Papier?
Beides funktioniert. Wichtig ist, dass du die Einträge später wiederfindest und den Rückblick nicht vergisst.