Woher die Idee kommt
Die Methode wurde unter dem Namen „Regret Minimization Framework“ bekannt, unter anderem weil Jeff Bezos erzählte, er habe damit 1994 entschieden, seinen sicheren Job aufzugeben und Amazon zu gründen. Sein Gedanke: Mit 80 würde er es nicht bereuen, es versucht zu haben, auch wenn es scheitert. Er würde aber bereuen, es nie versucht zu haben.
So funktioniert die Bedauern-Minimierung
- Stell dir dein 80-jähriges Ich vor. Ruhig, mit Abstand, mit Blick auf das ganze Leben.
- Frag für jede Option: Wie sehr würde ich es bereuen, diesen Weg gegangen zu sein?
- Frag umgekehrt: Wie sehr würde ich es bereuen, ihn nicht gegangen zu sein?
- Vergleiche. Die Option mit dem geringsten zu erwartenden Bedauern ist oft die richtige.
Was Menschen häufig bereuen
Erzählungen aus der Sterbebegleitung, etwa von der Palliativpflegerin Bronnie Ware, nennen immer wieder ähnliche Themen: nicht mutiger gelebt zu haben, zu viel gearbeitet zu haben, Gefühle nicht gezeigt zu haben, Freundschaften vernachlässigt zu haben. Das ist keine wissenschaftliche Statistik, aber ein guter Denkanstoß.
Beispiel
| Option | Bedauern, wenn gewählt | Bedauern, wenn nicht gewählt |
|---|---|---|
| Sabbatical für Weltreise | Etwas Karriereverzögerung | Groß: „Ich wollte das immer“ |
| Im Job bleiben | Gering | Mittel, je nach Lebensphase |
Wann die Methode passt und wann nicht
Sie passt bei großen, persönlichen Lebensentscheidungen: Beruf, Wohnort, Beziehungen, Träume. Bei finanziellen Detailfragen oder wenn Verantwortung für andere im Spiel ist, braucht es zusätzlich Fakten und Absicherung. Kombiniere sie mit der Worst-Case-Analyse und der 10-10-10-Methode.
Häufige Fragen
Was ist das Regret Minimization Framework?
Eine Denkmethode, bei der man die Option wählt, die man im Rückblick auf das eigene Leben am wenigsten bereuen würde.
Bereut man eher Taten oder Unterlassungen?
Viele Menschen berichten, dass sie langfristig eher bereuen, etwas nicht getan zu haben. Kurzfristig schmerzen dagegen oft Fehler stärker.
Ist die Methode für jede Entscheidung geeignet?
Nein, vor allem für große persönliche Entscheidungen. Für Alltagsfragen ist sie zu aufwendig.